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Was können wir heute für unser Gehirn von morgen tun?

Mag.a Marion Velik, 21. September 2026
Die FH JOANNEUM beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Frage, wie sich Demenz möglichst früh erkennen lässt.

Credit: pexels-shvets-production

Heute ist Welt-Alzheimertag. Die FH JOANNEUM beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Frage, wie sich Demenz möglichst früh erkennen lässt und wie Menschen dabei unterstützt werden können, ihre Gehirngesundheit zu stärken.

Risikofaktoren früh erkennen
Aktuell forscht das Institut eHealth im Projekt LETHE-AT daran, Risikofaktoren frühzeitig sichtbar zu machen und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Gehirngesundheit zu stärken. Beispielsweise können Bewegung, Ernährung, Bluthochdruck, Diabetes oder Hörverlust das persönliche Demenzrisiko beeinflussen. Die gute Nachricht: Viele dieser Faktoren sind veränderbar. LETHE-AT entwickelt daher eine personalisierte App, die Gesundheits- und Verhaltensdaten etwa über Smartphone und Fitnessarmbänder erfasst und daraus individuelle Empfehlungen ableitet. „Unser Ziel ist es, Risikofaktoren frühzeitig sichtbar zu machen und daraus personalisierte Unterstützungsangebote abzuleiten“, sagt Markus Bödenler, Lehrender bei eHealth, sowie Projektleiter und Koordinator von LETHE-AT. Diese digitalen Gesundheitstechnologien werden gemeinsam mit den Medizinischen Universitäten in Graz, Wien und Innsbruck evaluiert: In einer vor kurzem gestarteten Studie werden 300 Personen mit erhöhtem Demenzrisiko über 18 Monate begleitet. Untersucht wird, ob personalisierte und KI-gestützte Präventionsmaßnahmen ressourcenschonend, standardisiert und standortübergreifend in die klinische Routine integriert werden können. Die Studie schafft die Grundlage für skalierbare Brain Health Services in Österreich und leistet einen Beitrag zur frühzeitigen Demenzprävention.

Das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit 2,4 Millionen Euro geförderte Projekt startete im April 2025 und läuft für zwei Jahre. LETHE-AT ist eine Weiterentwicklung des europäischen Vorgängerprojekts LETHE.

Früherkennung mit digitalen Technologien
Die Forschung der FH JOANNEUM zur Früherkennung kognitiver Beeinträchtigungen reicht bereits einige Jahre zurück. Im fünfjährigen Forschungsprojekt SCOBES-AR wurde ein multimodales Screening-Instrument entwickelt, das funktionale und neurokognitive Einschränkungen bei Menschen ab 60 Jahren frühzeitig erkennen soll. Dabei kamen unter anderem Augmented und Virtual Reality zum Einsatz. Eine Studie mit 300 Proband:innen lieferte aussagekräftige Ergebnisse. SCOBES-AR war zugleich ein Beispiel für die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der FH JOANNEUM: Gesundheitsstudiengänge und technische Studiengänge entwickelten das Screening-Instrument gemeinsam. Das Projekt wurde aus Mitteln der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Programm COIN gefördert.

Forschung wird zur Praxis
In beiden Projekten waren und sind Studierende der FH JOANNEUM beteiligt. In Bachelor- und Masterarbeiten entwickelten sie unter anderem Teile der App, Visualisierungen und digitale Werkzeuge für personalisierte Interventionen. So verbindet die FH JOANNEUM Forschung mit praxisorientierter Lehre – und gibt Studierenden die Möglichkeit, an Lösungen für gesellschaftlich relevante Fragen mitzuarbeiten.

Weitere Forschungsprojekte der FH JOANNEUM finden Sie hier.

Bild: Lethe-AT