Was Schulen über KI, Datenschutz und Schutzrechte wissen müssen
Zwei Teilnehmerinnen des Jugend Innovativ Wettbewerbs. Foto: Jana Breyer, AWS GmbH
KI im Unterricht, Datenschutz im Schulalltag, Patente für Schülerprojekte – klingt komplex? Ist es auch. Aber genau deshalb braucht es praxisnahes Wissen. Beim Fortbildungsseminar „Innovationsschutz in Schulprojekten” von Jugend Innovativ zeigten Expert:innen der FH JOANNEUM, wie Schulen Ideen schützen und sicher mit neuen Technologien umgehen können.
Innovationsschutz an Schulen: Warum Patente, Marken und Urheberrecht auch im Unterricht zählen
Begleitend zum diesjährigen Jugend-Innovativ Wettbewerb fand an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Graz ein kostenloses Fortbildungsseminar für alle Lehrenden von höheren Schulen statt. Neben Jana Breyer von Jugend Innovativ waren vor allem Dagmar Hlavacek von der PH und Angela Siegling von der aws-austria wirtschaftsservice GmbH treibende Kraft hinter diesem praxisnahen Seminar zu Schutzrechten wie Patenten, Marken, Design und Urheberrecht im Schulkontext. Vermittelt wurden dabei Informationen zum Umgang mit geistigem Eigentum, Künstlicher Intelligenz und Datensicherheit.
Cyber Security und Datenschutz für Lehrende: Aktuelle Bedrohungen und wie Schulen sich schützen können
Am ersten Seminartag gestaltete die FH JOANNEUM Kapfenberg einen Workshop zum Thema Cyber Security. Klaus Gebeshuber stellte das Thema aus technologischer Sicht vor: Aktuelle Bedrohungen, Typen von Angreifern, Ransomware, Phishing, Social Engineering und Gefahren durch KI wurden ebenso besprochen wie der sichere Umgang mit Passwörtern und das richtige Verhalten bei Angriffen auf Mobiltelefone. Ergänzend dazu beleuchtete Sabine Proßnegg die rechtlichen Grundlagen – insbesondere die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) – und zeigte, wie ein sicherer Umgang mit Personendaten in der Schule gelingen kann.
Big Data und KI im Schulkontext: Chancen, Risiken und was Lehrende wissen sollten
Auch den Vormittag des 27. April gestaltete überwiegend die FH JOANNEUM. Joachim Schauer, Projektleiter des FFG-geförderten Josef Ressel Zentrums zur zeitreihenbasierten Fehlervorhersage in der Industrie, sprach über Big Data und Künstliche Intelligenz aus technischer Sicht. KI ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – mit transformativem Potenzial, aber auch mit realen Herausforderungen. Schauer erklärte anschaulich, warum neue Technologien nicht automatisch hilfreich sind und in manchen Fällen sogar schädlich sein können.
Große Sprachmodelle, GANs und KI im Unterricht: Ein technischer Einblick für die Praxis
Die Funktionsweise lokal installierter Large Language Models (LLMs) wurde auf konzeptioneller Ebene behandelt – inklusive der Bedeutung von Trainingsdaten, autoregressiver Textgenerierung und emergenter Fähigkeiten. Nach einer Einführung in generative KI im Bereich Bilderzeugung und dem Grundprinzip von Generative Adversarial Networks (GANs) wurde auch die praktische Umsetzung im Unterricht besprochen. Klar ist: Menschen und KI werden immer enger zusammenarbeiten.
AI Act und DSGVO: Rechtlicher Rahmen für den KI-Einsatz an Schulen
Sabine Proßnegg beleuchtete die rechtlichen Aspekte dieser Entwicklung – insbesondere die Rolle und den Schutz des Menschen im Rahmen der KI-Verordnung (AI Act) und der DSGVO. Diese Themen werden an der FH JOANNEUM unter anderem im FFG-geförderten Projekt Radius erforscht.
Gesellschaftliche Relevanz vs. Finanzierungsrealität: Das Dilemma der Fachhochschulen
Insgesamt waren die beiden Seminartage sehr erfolgreich – und sollen auf Wunsch der Veranstalter und des Publikums auch künftig angeboten werden. Damit zeigt sich aber ein strukturelles Problem: Da Fachhochschulen keine Basisforschungsfinanzierung erhalten, sondern ausschließlich über Studienplatz- und Projektfinanzierung arbeiten, fehlt der institutionelle Rahmen für gesellschaftlich wichtige Initiativen wie diese – sofern sie nicht gesondert finanziert werden. Das ist nicht nur schade, sondern auch bedenklich.
Photo: Jana Breyer, AWS GmbH
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