Forschungsschwerpunkt

Digitalisierung der Arbeitswelt

Auswirkungen und Potenziale von digitalen Medien und verteiltem Arbeiten

 

Die Digitalisierung der Arbeitswelt wirkt sich auf Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Branchen unterschiedlich aus. Sie bringt neue Chancen und Herausforderungen mit sich, die unter anderem einen Einfluss auf die Produktivität und Innovativität, die Form der Zusammenarbeit und auf persönliche Belastungen von Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben. Am Web Literacy Lab werden zu dieser Thematik zwei Forschungsprojekte durchgeführt, die einerseits den Nutzung und Einsatz digitaler Medien im Arbeitskontext, andererseits verteiltes Arbeiten zu Zeiten der Corona-Krise diskutieren.

Digi@Work: Auswirkungen und Potenziale digitaler Mediennutzung

Um die digitale Transformation in der Steiermark, für die als Industrie- und Produktionsstandort Digitalisierung von großer Bedeutung ist, verstehen, bewältigen und nutzen zu können, forscht das Projekt Digi@Work über:

  • die Nutzung digitaler Medien im organisationalen Kontext im Allgemeinen,
  • das individuelle Nutzungsverhalten und die Nutzungskompetenz,
  • die Organisationskultur und deren Interaktion mit den Gegebenheiten des Standorts,
  • die sich daraus ergebende Risiken und Potenziale der Nutzung digitaler Technologien am Arbeitsplatz.

Diese im Digi@Work-Projekt anvisierte Bestandsaufnahme stellt die Voraussetzung für die angestrebte prototypische Entwicklung konkreter Angebote und Vorschläge für Maßnahmen für steirische Unternehmen dar, welche die Konkurrenzfähigkeit dieser und des Standorts Steiermark stärken sollen.

Projektpartner: Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft (beide Universität Graz), x-samples, Know Center Graz, Arbeiterkammer Steiermark

Fördergeber: Land Steiermark − 4. Ausschreibung in der Reihe Polaritäten in der Wissensgesellschaft

Digi@Homework: Herausforderungen und Potenziale von verteiltem Arbeiten während der Corona-Krise

Im Anschluss an die Ergebnisse des Digi@Work-Projekts werden in einem zweiten Projekt jene Herausforderungen und Potenziale von verteiltem Arbeiten erhoben und analysiert, die sich für steirische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der Corona-Krise ergeben haben. Unter verteiltem Arbeiten verstehen wird die Zusammenarbeit von Beschäftigten an unterschiedlichen Standorten beziehungsweise – in der Corona-Krise eher der Fall – die Zusammenarbeit von einem Remote-Arbeitsplatz aus. Das heißt die Mitglieder eines Teams sind geografisch verteilt und über Technologie miteinander verbunden

Ein spezieller Fokus wird auf mögliche Diskriminierungspotenziale gelegt:

  • Der Umgang mit neuen Technologien stellt vor allem ältere Arbeitnehmer_innen (55+) vor besondere Herausforderungen, da sie in einem anderen Umfeld aufgewachsen sind und (je nach Branche) einen erschwerten Zugang zu Technologien haben. Das Projekt soll in Erfahrung bringen, welche Probleme dabei besonders häufig auftreten und welche Empfehlungen für die Zukunft abgeleitet werden können.

  • Daneben stehen Frauen in der aktuellen Situation ebenfalls vor einer besonderen Belastung, da Care-Arbeit in Österreich nach wie vor häufiger von Frauen als von Männern erledigt wird. Daher stellt sich die Frage, wie österreichische Familien im Lockdown mit verteiltem Arbeiten umgegangen sind und wie sich diese insbesondere auf Arbeitnehmerinnen ausgewirkt hat.

Projektpartner: IGSF − Interdisziplinäre Gesellschaft für Sozialtechnologie und Forschung, Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung (Universität Graz)

Fördergeber: Arbeiterkammer Steiermark − 2. Ausschreibung des Projektfonds Arbeit 4.0