Forschung

SMARTY – Smart Railfreight Transport

 
SMARTY – Smart Railfreight Transport

Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung arbeitet das Institut Industrial Management der FH JOANNEUM an einem Sharing-Business-Modell für den SMART GIGAWOOD – einem innovativen Holzrungenwagen. Diese Forschungsarbeit an der Zukunft des Schienengüterverkehrs wird unterstützt vom Programm „Mobilität der Zukunft“ und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Stagnierende Anteile des Schienengüterverkehrs am Modal Split bei gleichzeitigen ökologischen Herausforderungen der Zukunft verlangen nach innovativen Lösungen für nachhaltige Transporte. Der SMART GIGAWOOD ist als neuartiger Holzrungenwagen eine Innovation des Hauses INNOFREIGHT. In diesem Forschungsprojekt wird der Nachhaltigkeitsaspekt durch ein Sharing-Business-Modell für dieses Logistikequipment weiter gefördert. Am von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) geförderten Projekt sind neben der FH JOANNEUM die TU Graz, die Innofreight Solutions GmbH als Konsortialführer, die Papierholz Austria GmbH und die DanuRail GmbH beteiligt.

Hintergrund

Der europäische Eisenbahngüterverkehr kämpft gegen den Verlust von Marktanteilen. Dies hängt mit der ungenügenden Zukunftsausrichtung in allen relevanten Bereichen zusammen. Veraltete Technik, mangelnde bis nicht vorhandene digitale Ausstattung, geringe Kund:innenorientierung, hohe Inflexibilität und speziell nicht zukunftsfähige Geschäftsmodelle sind dabei die wesentlichen Hemmnisse einer nachhaltigen Entwicklung. SMARTY − Smart Railfreight Transport − stellt sich somit folgenden Herausforderungen am Beispiel des industriellen Rundholzverkehrs:

  1. Digitalisierung des Equipments und Nutzung von Logistikdaten zur internen Optimierung des Flottenmanagements und kunden:innenorientierter Informationsdienstleistung.
  2. Entwicklung eines Sharing-Business-Modells, welches den Marktbedürfnissen und den technischen Möglichkeiten der Zukunft entsprechen.
  3. Aufbau einer Sharing-Plattform zur Abwicklung des Geschäftsmodells.

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Sharing-Business-Modell für nachhaltigen Schienengüterverkehr

Speziell im Rundholzverkehr spielen Transportmengenschwankungen eine große Rolle. Analysen von Transportdaten zeigen dabei Flottennutzungsgrade von im Schnitt 79 Prozent, bei Minimalwerten von 53 Prozent. Fehlende Paarigkeit des Verkehrs reduziert zudem den Gesamtproduktivitätsgrad der Wagenflotte, wodurch für die Kund:innen hohe Mietkosten für die ungenutzte Dauer der Wagenflotte anfallen. In der Branche sind inflexible Langfristverträge für die Nutzung der Flotten üblich, SMARTY soll diesen Problemen entgegenlenken. Ein digitalisierter Holzrungenwagen, der SMART GIGAWOOD (Gewinner „Fast Forward Award Steiermark 2018“) liefert die notwendigen Daten und Informationen, um in Zukunft kurzfristigere Mietverträge für die reale Nutzung anzubieten – ganz nach dem Motto „Pay-per-Use“.

Die TU Graz unterstützt als Projektpartner den Aufbau einer geeigneten IT-Infrastruktur und der Darstellung des Geschäftsmodells auf der Sharing-Plattform, das sogenannte InnofreightOS. Um Kund:innenwünsche und -bedürfnisse bestmöglich im Geschäftsmodell abzubilden, liefern die in der Holzlogistikbranche etablierten Unternehmen Papier-Holz-Austria sowie die DanuRail GmbH wesentlichen Input, um Rahmenbedingungen für den nachhaltigen Erfolg und die Grundstruktur des Geschäftsmodells zu entwickeln.

Das Institut Industrial Management bietet die Expertise und Unterstützung in der Entwicklung des Geschäftsmodells sowie in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Ziel eines solchen Sharing-Business-Modells sind nicht nur flexible und mengenorientierte Mietverträge, sondern auch die Reduktion des eingesetzten Equipments bei gleichzeitiger Erhöhung der Verfügbarkeit und Gesamtproduktivität. Erste Ergebnisse anhand von Netzwerkanalysen zeigen dabei eine deutliche Steigerung, bei gleichzeitiger Reduktion der Equipmentkosten pro transportiertem Festmeter Holz für die Kund:innen.

Für die Innofreight Solutions GmbH ist das ein erster Schritt in Richtung nachhaltiger Entwicklung des Schienengüterverkehrs. Als Anbieter unterschiedlichster Branchenlösungen kann dieses Grundkonzept auch auf viele andere Geschäftsbereiche des Unternehmens übertragen werden und bietet somit im Sinne der Shared Economy ein zukunftsfähiges und kundenorientiertes Geschäftsmodell, um auch weiterhin als Innovator im Schienengüterverkehr wahrgenommen zu werden.

Erste Ergebnisse des wissenschaftlichen Modells zeigen, dass durch die Anwendung des Sharing-Business-Modells der Flottennutzungsgrad bei gleichbleibendem Transportvolumen erhöht werden kann. Gleichzeitig führen Einsparungen durch die reduzierte Wagenflotte zu niedrigeren Equipmentkosten je transportiertem Festmeter Holz für die Kund:innen. Dies führt zu einer Win-win-Situation, bei der neben Kund:innen und Anbieter:innen auch die Umwelt profitiert.