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Porträt

Sonja Gradwohl, BSc MSc

Absolventin von Gesundheitsinformatik / eHealth und eHealth

Sonja Gradwohl hat den beeindruckenden Weg von der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin zur eHealth Absolventin zurückgelegt – und studiert mit Kindern.

🎓Das habe ich studiert:

LesezeichenMein Job: Standards Engineer bei ELGA GmbH in Wien, Österreich.

📭 So kannst du mich erreichen: E-Mail

Das hat mich dazu bewogen, einen neuen Berufsweg einzuschlagen: Nach 13 Jahren in der Pflege verspürte ich den Wunsch, mich beruflich weiterzuentwickeln und einen neuen Schwerpunkt zu setzen. Um diesen Übergang zu erleichtern, habe ich zuerst die Berufsreifeprüfung berufsbegleitend nachgeholt. Während meiner Zeit in der Pflege entwickelte ich ein besonderes Interesse an der Vernetzung von Gesundheitsdaten und engagierte mich in der Pflegedokumentationsarbeitsgruppe unseres Krankenhausinformationssystems (KIS). Diese Tätigkeit eröffnete mir die faszinierende Welt der digitalen Transformation im Gesundheitswesen und weckte den Wunsch, aktiv an der Gestaltung dieser Prozesse mitzuwirken – über die Mauern eines Krankenhauses hinaus.

Wie ich es geschafft habe, das Studium und die Betreuung meiner Kinder zu vereinbaren: Ich konnte auf ein starkes Netzwerk aus meiner Familie und meinem Lebensgefährten zurückgreifen, die mich tatkräftig unterstützt haben. Die Kinderbetreuung war durch meine vorherige Tätigkeit in der Pflege und die damit verbundenen Dienstpläne bereits gut organisiert, was mir den Übergang zum Studium erleichtert hat. Vorlesungen und Prüfungsvorbereitungen habe ich wie Arbeitszeiten behandelt und entsprechend geplant. Natürlich waren nicht alle Situationen perfekt planbar, und es gab oft Nächte, in denen ich arbeiten musste, während die Kinder schliefen. Besonders herausfordernd war das erste Semester im Masterstudium, als mein drittes Kind geboren wurde. Hier kam mir die Flexibilität der FH JOANNEUM und die Unterstützung der Vortragenden zugute, die es mir ermöglichten, mein Baby zu Vorlesungen mitzubringen und trotzdem alle Semester erfolgreich abzuschließen.

Warum ich es nie bereut habe, meinen ursprünglichen Beruf zu verlassen: Er hat mir neue Perspektiven eröffnet und mir die Möglichkeit gegeben, meinen beruflichen Horizont zu erweitern.

Das wünsche ich mir für meine berufliche Zukunft: Ich wünsche mir, weiterhin in einem dynamischen Umfeld zu arbeiten, in dem ich mich fachlich und persönlich weiterentwickeln kann. Beruflich möchte ich meine Expertise in den Standards weiter vertiefen und aktiv zur Digitalisierung des Gesundheitswesens beitragen, vor allem im Bereich der Pflege.

So würde ich das Studium in einem Satz beschreiben: Das Studium war eine bereichernde und praxisorientierte Erfahrung, die durch enge Betreuung, persönliche Atmosphäre und die Möglichkeit zum Austausch in kleinen Gruppen überzeugte.

Die größte Herausforderung war: Als Quereinsteigerin ohne Programmierhintergrund war das Erlernen von Programmiersprachen und die Bewältigung naturwissenschaftlicher Fächer zunächst herausfordernd. Doch das Studium war gut strukturiert und bot ausreichend Unterstützung, sodass ich diese Hürden erfolgreich meistern konnte.

Der Studiengang hat meine Erwartungen erfüllt, weil er mir fundierte Kenntnisse in meinem Interessensgebiet vermittelt hat. Am Anfang wusste ich nicht, wohin mich die Reise führt, aber ich fühlte mich von den Fächern „Standards in der Gesundheitsinformatik“ oder „Informationssysteme im Gesundheits- und Sozialwesen“ sehr angesprochen und bin froh, hier nun auch tätig sein zu dürfen.

Das lernt man im Studium garantiert: Das Studium hat mir nicht nur technisches Wissen vermittelt, sondern auch meine analytischen Fähigkeiten und mein Problemlösungsdenken geschärft. Besonders wertvoll waren die Inhalte zu Standards im Gesundheitswesen, Datenschutz, Datenbanken und Netzwerktechnik. Durch die praxisorientierte Gestaltung des Studiengangs konnte ich zudem Fähigkeiten wie interdisziplinäre Zusammenarbeit, Prozessdenken und organisatorisches Geschick entwickeln. Diese Kompetenzen helfen mir, komplexe Abläufe im Gesundheitswesen sichtbar zu machen und effizienter zu gestalten – ein zentraler Bestandteil meiner derzeitigen Tätigkeit.

Mein Tipp, geduldig und offen für Neues zu sein. Es ist wichtig, sich intensiv in die Themen einzuarbeiten und keine Scheu davor zu haben, Fragen zu stellen. Zusätzlich sollte man flexibel bleiben, da sich Projekte und Prioritäten oft ändern, und den langen Atem mitbringen, der manchmal nötig ist, wenn Entscheidungen von anderen Akteur:innen Zeit in Anspruch nehmen. Netzwerken und der Austausch mit Kolleg:innen sind ebenfalls wertvoll, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

Der Studiengang bietet einem die Möglichkeit, Technologie mit dem Gesundheitswesen zu verbinden und spannende Karrieremöglichkeiten zu erschließen. Die praxisorientierte Ausbildung an der FH JOANNEUM bereitet ideal auf die Herausforderungen in diesem Bereich vor und schafft eine sinnstiftende Perspektive für die Zukunft. Besonders für ehemalige Berufskolleg:innen ist das Studium eine ideale Gelegenheit, ihre praktischen Kenntnisse mit modernsten Entwicklungen der Gesundheitsinformatik zu verknüpfen und einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen.

Über meinen Beruf

In meiner Position bei der ELGA GmbH im Team Standards arbeite ich daran, die Interoperabilität im Gesundheitswesen zu fördern. Mein Fokus liegt auf der Implementierung nationaler und internationaler Standards wie HL7 FHIR oder SNOMED CT, um sicherzustellen, dass IT-Systeme im Gesundheitswesen reibungslos miteinander kommunizieren können. Das umfasst die Analyse von Anforderungen, die Gestaltung von Prozessen und die Unterstützung bei der Umsetzung technischer Standards – etwa für Anwendungen wie den elektronischen Eltern-Kind-Pass.

Mein Arbeitsalltag besteht aus einer Mischung aus eigenständiger Arbeit und Zusammenarbeit mit verschiedenen Teams. Aktuell arbeite ich an der Umsetzung des elektronischen Eltern-Kind-Passes (eEKP), indem ich Fragebögen in FHIR-Questionnaires abbilde. Gleichzeitig bin ich in Projekte wie den SNOMED CT Codierservice und die Erstellung von Beispieldokumenten für die integrierte Versorgung bei chronischen Erkrankungen eingebunden. Die Möglichkeit, zwischen Homeoffice und Präsenzarbeit in Wien zu wechseln, gibt meinem Arbeitsalltag zusätzliche Flexibilität.

Am besten gefällt mir an meinem Job die Vielseitigkeit und die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens durch Standardisierung und Digitalisierung aktiv mitzuwirken. Eine große Herausforderung sind die vielen Akteur:innen, mit ihren unterschiedlichen Interessen und Anforderungen, die es in Einklang zu bringen gilt.

Analytisches Denken, technisches Verständnis und fundierte Kenntnisse über Standards wie FHIR oder SNOMED CT sind besonders wichtig. Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit sind essenziell, da man mit vielen unterschiedlichen Akteur:innen zusammenarbeitet. Außerdem braucht man einen langen Atem, da Entscheidungen oft von anderen Beteiligten getroffen werden müssen, was gefühlt ewig dauern kann. Häufig ist man gedanklich schon beim nächsten Projekt, während man noch auf Rückmeldungen wartet. Organisationstalent und Flexibilität sind daher ebenso unverzichtbar.

Unsere Absolvent:innen

Du möchtest weitere Absolvent:innen der FH JOANNEUM kennenlernen, mehr über ihr Studium und ihren Berufsweg erfahren? Hier findest du alle Porträts.

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