Industrie 4.0: Kreativität und Innovation 1
© FH JOANNEUM / Martin Egger

Industrie 4.0: Neue Lehr- und Forschungsfabrik für Digitalisierung

Natanja Christina Pascottini,

Am 7. März 2018 öffnet das Smart Production Lab an der FH JOANNEUM seine Pforten. Mit Unterstützung der Stadtgemeinde Kapfenberg wird aus einer ehemaligen Industriehalle eine der größten Lehr- und Forschungsfabriken Österreichs für Industrie 4.0 und Digitalisierung. Nutzbar nicht nur für namhafte Industriepartner, Forscherinnen, Forscher und Studierende sondern auch für die Öffentlichkeit: In einem integrierten FabLab kann man der eigenen Erfindungsgabe freien Lauf lassen.

Die Erforschung und das Lehren über die bestmögliche und sichere Nutzung von Daten in der Industrie – darum geht es im neuen Smart Production Lab an der FH JOANNEUM in Kapfenberg. Vor allem die vertikale und horizontale Integration von IT und Daten sowie deren Sicherheit stehen im Fokus. Vertikal bedeutet vom Managementsystem in die Produktion, horizontal vom Lieferanten über das eigene Unternehmen zu Kundinnen und Kunden. In beiden Bereichen sind bei vielen Firmen noch Potentiale zu heben. Bisher haben 21 Kooperationspartner und Sponsoren ihre Unterstützung zugesagt: Darunter NTS, Cisco, Hoerbiger und SAP. Auch voestalpine BÖHLER Edelstahl ist mit an Bord, wie dessen kaufmännischer Geschäftsführer Claus Mittendorfer betont: „Für uns ist das Netzwerk mit Studierenden wichtig. Darüber hinaus ist das Smart Production Lab ein wichtiges Puzzleteil beim Aufbau unseres Ökosystems zum Thema Digitalisierung. Expertinnen und Experten aus unserem Unternehmen werden als Vortragende zu Workshops und Seminaren beitragen. Wir werden Diplomarbeiten und Praxissemester fördern sowie das integrierte FabLab für Trainings eigener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen. Zudem werden wir gemeinsame Forschungsprojekte mit der FH JOANNEUM entwickeln.“

In sogenannten Use Cases werden sich Forscherinnen und Forscher im Smart Production Lab mit Fragen rund um Internet of Things (IoT), Augmented Reality, Big Data, Additive Manufacturing und IT-Security beschäftigen. „Damit verfolgen wir das Ziel, digitale Transformationsprozesse der Unternehmen und vor allem des österreichischen Mittelstands zu unterstützen und mitzugestalten. Wir wollen damit einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Standorts leisten“, so der Leiter des Instituts Industrial Management Martin Tschandl.

Auch Erfinderinnen, Erfinder, Gründerinnen und Gründer haben im Smart Production Lab ihren eigenen Platz: Im FabLab, einer offenen Werkstatt, können sie ihre Ideen mithilfe modernster Produktionsverfahren umsetzen. Die eigenen Werkstücke können erzeugt und bearbeitet werden – kostenpflichtig sind nur die Materialien. Der Weg zum Prototypen wird also geebnet und vereinfacht.

Zusätzlich zum FabLab sind noch zwei weitere Speziallabs im Smart Production Lab inkludiert: ein Next-Gen-Lab in Kooperation mit SAP zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und -ideen sowie ein Security Lab zur Abdeckung der IT-Sicherheit in der Industrie.

Claus Mittendorfer, kaufmännischer Geschäftsführer der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, gemeinsam mit der „Industriewirtschaft / Industrial Management“-Studierenden Saskya Lipp. (© FH JOANNEUM / Marija Kanizaj)