Von Herausforderungen der Onlinelehre und Strategien – der E-Learning Tag 2018 1

Von Herausforderungen der Onlinelehre und Strategien – der E-Learning Tag 2018

Eva-Maria Kienzl,

Beim E-Learning Tag 2018 war Mitte September mit Gilly Salmon eine Koryphäe im Gebiet innovatives und digitales Lernen persönlich an der FH JOANNEUM.

Organisiert wird der jährliche E-Learning Tag, vom ZML – Innovative Lernszenarien. Jutta Pauschenwein leitet die Abteilung der FH JOANNEUM, die sich mit dem Lernen der Zukunft befasst, seit 15 Jahren und berichtet im Interview über die Keynote Speakerin Gilly Salmon und den heurigen E-Learning Tag.

Welche Modelle zum Onlinelernen hat Gilly Salmon entwickelt?
Jutta Pauschenwein: „Die Generationen, die jetzt als neue Studierende an die Hochschulen kommen, sind mit digitalen Medien aufgewachsen und wollen flexibel, online und praxisnah lernen. Gilly Salmon hat für die Herausforderungen der digitalen Wissensvermittlung mehrere Konzepte entwickelt. Ein Beispiel ist das 5-Stufen-Modell für Onlinegruppen, das ausgehend vom Schaffen des technischen Zugangs und der Motivation über die Stufen Sozialisierung, Informationsaustausch und Wissenskonstruktion bis hin zur Selbstorganisation und persönlichen Weiterentwicklung geht. In jeder Phase gibt es bestimmte Aufgaben für die E-Moderation und Botschaften, die es zu vermitteln gilt. Mit aktivem und partizipativem Onlinelernen befassen sich auch spezielle Onlinetasks, sogenannte E-tivities. Ein weiteres Modell trägt den Namen Carpe Diem. Es handelt sich hierbei um ein Lerndesign für ganze Studiengänge. Im Vortrag beim E-Learning Tag wies Gilly Salmon auf die Wichtigkeit der organisatorischen Verankerung hin. Außerdem sprach sie über die Zukunft und ermutigte uns, Dinge auszuprobieren und uns zu vernetzen. Viele kleine Dinge können Großes bewirken. Es wäre meiner Meinung nach spannend, einen ‚Carpe Diem‘-Workshop an einem Studiengang auszuprobieren.“

Gilly Salmon und FH JOANNEUM: Wie hat die Queen der E-Moderation die Arbeit des ZML – Innovative Lernszenarien in der Vergangenheit beeinflusst?
Jutta Pauschenwein: „Unsere ersten Online-Kurse im Jahr 2000 waren furchtbar und funktionierten nicht. Dann haben wir sukzessive begonnen das 5-Stufen-Modell von Gilly Salmon und ihre E-tivities anzuwenden. In der ZML-Didaktik stand immer die Onlinekooperation im Vordergrund. Durch Gilly Salmon lernten wir, wie wir als Moderatorinnen und Moderatoren Lernende unterstützen und so die Bildung von funktionsfähigen Onlinelerngruppen fördern können. Unsere Kompetenz nutzen einerseits Lehrende der FH JOANNEUM, die wir trainieren, Studierende der FH JOANNEUM, die wir zu Studienbeginn mit den Onlinemedien vertraut machen, sowie viele externe Lehrende, die an unseren Workshops und Onlinetrainings teilnehmen. Das ZML hat bisher über 60 Onlinekurse und im vergangenen Studienjahr 30 Workshops organisiert und umgesetzt.“

Ein Highlight des ZML ist der jährliche E-Learning Tag. Auch abseits der Keynote von Gilly Salmon gab ein vielfältiges Programm. Was haben die Besucherinnen und Besucher erlebt?
Jutta Pauschenwein: „Das genaue Programm kann man in der Presseaussendung nachlesen. Wir haben viel positives Feedback zur interaktiven Auseinandersetzung mit Themen aus dem Gesundheitsbereich bekommen. Hierfür war die Kooperation mit dem Institut Radiologietechnologie wichtig. Wir hatten eine kurzweilige ‚Pecha kucha‘-Präsentation von 18 Postern in 30 Minuten. In den Nachmittagssessions zu Hochschule, Lehre und Technik in der Hochschullehre wurde viel diskutiert. Die parallelen Round Tables kamen gut an: Besonders zum Thema MOOC – kurz für Massive Open Online Course – gab es einen heftigen Diskurs. Der Workshop von Gilly Salmon war mit rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht. Im Video Workshop wurden kleine Videos erstellt. Bei der letzten Netzwerksession konnte man noch mal entspannt den Tag mit anderen reflektieren.“

Weitere Videos zum E-Learning Tag und zur Keynote finden Sie hier.

Hinweis:

Nach dem E-Learning Tag ist vor dem E-Learning Tag. Das Team des „ZML – Innovative Lernszenarien“ arbeitet bereits am Call for Papers für 2019 und sucht Partnerinnen und Partner. Stattfinden wird der kommende E-Learning Tag am 12. September 2019.