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Im Gespräch: Markus Brillinger

Mag.a Marion Velik, 05. November 2025

Foto: beigestellt

Seit November 2025 leitet Markus Brillinger den dualen Bachelorstudiengang Produktionstechnik und Organisation sowie den dualen Master Engineering and Production Management. Seit 2020 ist der gebürtige Oberösterreicher auch in der Lehre tätig – an drei Hochschulen: der FH JOANNEUM, der TU Graz und dem Campus02. Diese Kombination aus Forschung, Industrie und Lehre prägt bis heute seinen Zugang zur Produktionstechnik: praxisnah, innovationsgetrieben und stets mit Blick auf die Zukunft. Wir haben nachgefragt …

Warum haben Sie sich für die Leitung der beiden Studiengänge beworben?

Weil ich überzeugt bin, dass hier erstklassige, industrienahe Lehre möglich ist – und weil mich die große Gestaltungsfreiheit reizt. Die Chance, ein Studium weiterzuentwickeln, das die Produktionstechnik von Beginn an in den Mittelpunkt stellt, ist etwas Besonderes. Es geht darum, eine ausgewogene Verbindung von Praxis und Theorie zu schaffen – ganz im Sinne eines dualen Studiums – und dabei die unterschiedlichen Kompetenzen unserer internen und externen Lehrenden gezielt zu bündeln. Mein Ziel ist es, den Studiengängen eine internationale Strahlkraft zu verleihen und sie gleichzeitig fest in der industriestarken Region Steiermark zu verankern. Was könnte schöner sein, als junge Menschen für Technik zu begeistern und sie auf eine erfolgreiche Karriere in der Industrie vorzubereiten?

Was möchten Sie Studierenden vermitteln?

Mir ist wichtig, dass Studierende nicht nur die notwendigen produktionstechnischen Grundlagen erlernen, sondern auch aktuelle Themen verstehen, um die Herausforderungen der produzierenden Industrie von heute zu meistern – und gleichzeitig Inspiration für die Produktion der Zukunft mitnehmen. Ein zentrales Anliegen ist dabei das ganzheitliche Verständnis der Produktion: über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg und im Kontext einer zunehmend digitalen und nachhaltigen Wertschöpfung.

Künftig möchte ich den Fokus stärker auf den Kompetenzerwerb legen – also darauf, Wissen richtig anzuwenden und vernetzt zu denken, statt nur Fakten auswendig zu lernen. Es geht darum, ein Gespür für die komplexen Zusammenhänge in der modernen Produktion zu entwickeln und verantwortungsvoll im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Menschzentrierung zu handeln. Genau diese Fähigkeiten machen die Produktionstechniker:innen von morgen aus.

Wie sehen Sie die Entwicklung Ihres Fachs?

Extrem spannend! In der Produktion tut sich derzeit unglaublich viel. Technologien wie die additive Fertigung – also der 3D-Druck – halten zunehmend Einzug in die industrielle Anwendung und entwickeln sich von der reinen Innovation zur produktiven Realität. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung rasant voran: Was vor zehn Jahren noch zum Zeigen der technologischen Machbarkeit und oft Selbstzweck galt, wird heute zunehmend durch wirtschaftlich spannende Business Cases getragen.

Auch der Mensch rückt stärker in den Mittelpunkt. Produktion bedeutet längst nicht mehr nur, ein Produkt herzustellen – sie soll auch gesundheitserhaltend und menschenfreundlich für die Mitarbeiter:innen gestaltet sein. Zugleich stehen wir im internationalen Wettbewerb unter enormem Druck: Kosten, Qualität und Zeit bestimmen die Schlagzahl – und während wir bei den Kosten kaum mithalten können, gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit und Soziale Verantwortung auch in der produzierenden Industrie zunehmend an Bedeutung.

Diese Entwicklungen werden die Lehre an meinen beiden Studiengängen auch in den kommenden Jahren prägen – und sie machen die Produktionswissenschaft zu einem der spannendsten und dynamischsten Felder unserer Zeit.

 

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