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Mit Spannung, Spiel und Schokotorte – so feierte das ZML – Innovative Lernszenarien sein 25-jähriges Jubiläum beim 22. E-Learning Tag

Jutta Pauschenwein und Linda Michelitsch, 26. September 2023
Planspiel-E-Learning Tag 2023

Unter dem Motto „Wir spielen! Und feiern 25 Jahre ZML – Innovative Lernszenarien an der FH JOANNEUM“ haben wir, das ZML – Innovative Lernszenarien, gemeinsam mit Planspielexperten Wolfgang Gruber, ein spannendes Planspiel zur Gestaltung eines zukunftsweisenden (Bachelor-)Studiengangs entwickelt, welches im Rahmen des 22. E-Learning Tages am 19. September 2023 mit den Teilnehmer:innen zum Einsatz kam. Bei der anschließenden Jubiläumsfeier anlässlich unseres 25-jährigen Bestehens stießen wir auf weitere kreative und innovative Jahre an.

Mit insgesamt 65 spielfreudigen Teilnehmer:innen – welche gleichermaßen von der FH JOANNEUM sowie von anderen Hochschulen kamen und durch Vertreter:innen aus öffentlichen Organisationen und Firmen unterstützt wurden – stellten wir uns dem „Planspiel” und diskutierten spielerisch die Herausforderungen und Chancen eines modernen (Bachelor-)Studiengangs.

„Es sollte öfters passieren, dass wir einen geschützten Raum bekommen, um solche Szenarien auszuprobieren.“
Zitat einer:s Teilnehmenden

Photo: FH JOANNEUM, CC BY 4.0

Nach drei Jahren online – heuer wieder im Audimax der FH JOANNEUM Graz

Von der Idee zur Umsetzung

Unser 22. E-Learning Tag war anders – anstatt des üblichen Konferenzformats haben wir uns etwas Neues einfallen lassen – ein Planspiel stand heuer am Programm.
Stetige Veränderung und die zunehmende Komplexität der Welt führen dazu, dass unsere bisherige Herangehensweise an berufliche Herausforderungen in der Hochschule möglicherweise nicht mehr adäquat ist. Daher haben wir uns dem Thema spielerisch genähert, anhand von 13 entwickelten Rollen und einer erfundenen Ausgangssituation.

Photo: FH JOANNEUM, CC BY 4.0

Der E-Learning Tag 2023 – präsentierte sich heuer im neuen Format

Spielen liegt in unserer Natur

Das Bedürfnis zu spielen, liegt in unserer Natur – es hilft uns, zu entspannen, Stress abzubauen, unsere kognitiven Fähigkeiten zu verbessern und es ermöglicht unsere Kreativität auszuleben und soziale Bindung zu stärken.
Wolfgang Gruber leitete die Teilnehmenden an, sich für eine Rolle zu entscheiden – die Auswahl blieb allen selbst überlassen. Einzige Vorgabe war, dass die Rolle im Spiel eine andere sein sollte als die, die man im richtigen Leben innehat. Die drei Gruppen bildeten sich rasch und unkompliziert. Beliebt waren die drei Rollen der Studierenden, doch auch die Leitungsrolle wurde gut ausgeübt. Rektor Walter, Aufsichtsratsvorsitzender Markus sowie die Betriebsräte Uwe und Sepp mischten bei den Diskussionen immer kräftig mit. Zum Nachdenken regt die Genderwahl an – Führungsrollen wurden auch im Spiel fast ausschließlich männlich besetzt.

Photo: FH JOANNEUM, CC BY 4.0

Jede:r von uns nimmt im Leben viele verschiedene Rollen ein

Auf die Plätze, fertig, spielen …

Wie wurden die Rollen nun ausgefüllt? Zwei Rollen-Beispiele sollen einen Einblick in das Spielgeschehen ermöglichen:
Der zu 50% angestellte Lehrende Wang, der Programmieren unterrichtet und in seiner sehr erfolgreichen Firma „Studo App“ die Software für Studierende entwickelt hat, liebt es zu unterrichten und hasst die administrativen Systeme der Hochschule. Er plädiert für einen offenen Unterricht, der vollständig an der Praxis orientiert ist. Ins Streitgespräch kam er mit dem Mitarbeiter der IT, der viele Ideen von Wang als „unumsetzbar“ einschätzt, mit der theoretisch orientierten Kollegin sowie mit der Masterstudentin, die an Theorie sehr interessiert ist, denn diese findet, „Praxis gibt es eh in meiner Arbeit“. Die erstsemestrige Studentin Emma mit Lese- und Schreibschwäche plädiert für große Freiheit in ihrem Studium. Sie möchte Unterricht nicht konsumieren, wenig Lesestoff und möglichst keine Schreibaufgaben; ihr Wunsch ist es, praktisch zu arbeiten und Learning by Doing zu praktizieren. Sie regt an, dass ihre Arbeit in einem Zero Waste Geschäft mit 5 ECTS im Studium angerechnet wird, denn immerhin setzt sie sich intensiv mit Nachhaltigkeit und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SGDs) auseinander. Auch der Idee eines Kollegen, Stunden anzurechnen, die beim „Klimakleben“ anfallen (inklusive Vor- und Nachbereitung), kann sie viel abgewinnen. Zu den Anwesenden, die älter als 23 Jahre alt sind, geht sie heftig in Opposition.
Wie gingen die Diskussionen nun aus? Konnte man sich einigen oder blieb vieles offen?
Teilweise dümpelten die Diskussionen eine Zeitlang dahin, verloren sich in administrativen Belangen, um dann doch wieder Schwung zu bekommen. Und plötzlich wurde Hochschule wirklich neu gedacht, offen und flexibel. Mit Inhalten nahe den Interessen der Studierenden und Curricula, die intensivere Lernzeiten und Stundenreduktionen sowie Pausen erlauben. Mit Lernräumen, die vor Ort und Online-Szenarien kombinieren, um die Einbindung aller zu ermöglichen.

Photo: FH JOANNEUM, CC BY 4.0

Das Spiel ist in vollem Gange – es wurde diskutiert, gelacht und out of the box gedacht

„Es war spannend in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen.“
Zitat einer:s Teilnehmenden
Nicht aus der Rolle fallen

Die beiden Spieldurchgänge rundeten wir mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde ab, in der Wolfgang Gruber einlud, unsere wertvollsten wie auch herausforderndsten Momente des Tages preiszugeben.
So hielten manche Teilnehmenden fest, dass sie es mochten, wenn ein Konsens entsteht, anderen gefiel das sportliche Element bei kontroversiellen Auseinandersetzungen. Eine Teilnehmerin musste über die Idee der „Micro Credentials für Klimakleber:innen“ herzhaft lachen. Studierende bemerkten im Rahmen des Spiels, wie wenig sie von den administrativen Prozessen an der Hochschule mitbekommen.
In Führungsrollen war die Kritik von Studierenden schwer auszuhalten, wir mussten uns immer wieder darauf besinnen, dass wir spielen und nicht als Personen angegriffen werden. Einige probierten Dinge aus, für die es im realen Leben wenig Platz gibt – gerade für Personen, die fast niemanden aus der Runde kannten, war dies verlockend.
In der Ergebnisdiskussion wurde festgehalten, dass der Prozess spannend war, die Ergebnisse allerdings „zu dünn“ seien. Eine Person ist nach diesen zwei Runden gut im Spiel angekommen und meinte:

„Ich wäre bereit meine Selbstzensur abzugeben.“
Statement von Teilnehmenden nach zwei Runden Planspiel

Photo: FH JOANNEUM, CC BY 4.0

Nicht aus der Rolle fallen, war die Devise

25 Jahre ZML – Feste feiern, wie sie fallen

Beendet wurde der Tag mit einem weiteren Highlight – nämlich der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen unserer Abteilung. Unsere Kollegin Christina Mossböck blickte dabei auf zweieinhalb Jahrzehnte ZML zurück:
„1998 gegründet, hat das ZML im Laufe der Jahre viele Veränderungen erlebt. Einige Teammitglieder sind seit den Anfängen dabei, während andere gekommen und gegangen sind. Wir haben immer Wert daraufgelegt, gemeinsam zu feiern, so waren Projekterfolge, Geburtstage, Karenzen, Abschiede und Wiedereinstiege stets ein Anlass dafür. Viele Gelegenheiten wie Weihnachtsfeiern oder Projekte, in denen es um spielerisches Lernen ging, nutzten wir, um miteinander zu spielen, da Spiele nicht nur Spaß machen, sondern auch Menschen miteinander verbinden. Immer wieder wagten wir uns über Grenzen hinweg und experimentierten, was zu vielen innovativen Entwicklungen geführt hat. Selbst die Pandemie hat uns nicht ausgebremst, sondern uns dazu inspiriert, neue Wege zu finden, um als Team zusammenzustehen, sei es offline oder online. So stehen wir heute hier und feiern unser 25-jähriges Jubiläum und stoßen auf viele weitere kreative und innovative Jahre an.“

Photo: FH JOANNEUM, CC BY 4.0

Das Team des ZML feiert sein 25-jähriges Bestehen

Tipp

Den Link zur Tagungsdokumentation mit Bildern des Planspiels und der Jubiläumsfeier des E-Learning Tages finden Sie hier. Auch der Tagungsband zum Event ist dort abrufbar oder kann online bestellt werden.

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