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Warum der Studiengangsleiter von „Ausstellungsdesign“ manche Ausstellungen hasst.

Verena Kolm, 17. Juli 2018
Warum der Studiengangsleiter von „Ausstellungsdesign“ manche Ausstellungen hasst.

© FH JOANNEUM / Marion Luttenberger

Warum viele Ausstellungen langweilig sind und wie man Sammlungen interessant gestalten kann, erläutert Karl Stocker, Leiter des Studiengangs „Ausstellungsdesign“.

Sie sind der Leiter des Masterstudiengangs „Ausstellungsdesign“. Hassen Sie Ausstellungen wirklich?
Karl Stocker: „Ja, die meisten! Ich finde Ausstellungen sehr oft langweilig. Was mich am meisten ärgert, sind diejenigen, bei denen ich bereits davor weiß, wie sie sein werden. Dies gilt sowohl für die inhaltliche als auch für die gestalterische Seite. Die Medienausstellung ist ein sehr großes Medium. Sie können die interessantesten Geschichten erzählen, indem sie stereotype Meinungen hinterfragen und Fragen stellen, die das Publikum nicht erwartet. Diese wird dann in den Räumen durch Ästhetik umgesetzt. Es ist eigentlich wie Filme machen – eigentlich sogar noch besser, weil man hier sogar durch den Film gehen kann. Man muss die Besucherinnen und Besucher faszinieren, das ist die Aufgabe.

Wie macht man interessante Ausstellungen?
Karl Stocker: „Das Wichtigste ist es, Fragen zu formulieren, die Sie sich noch nie gestellt haben. Dies geschieht in der Regel in einem transdisziplinären und auch – wie Michel Foucault – ‚de-disziplinierten‘ Team. Das bedeutet, disziplinübergreifend zu arbeiten, aber auch nicht durch einzelne Disziplinen eingeschränkt zu sein. Zum Beispiel arbeite ich gerne mit Theaterleuten, weil sie es gewohnt sind, interessante Geschichten zu entwickeln, aber ich arbeite auch gerne mit meinem besten Freund, einem Arzt, der generell unglaublich gebildet ist. So denkt man abseits der ausgetretenen Pfade. Es ist auch sehr wichtig, die Ästhetik- beziehungsweise Designseite von Anfang an zu integrieren. Die Ausstellungsdesignerinnen und -designer müssen von Anfang an dabei sein und mithelfen, sich zu entwickeln. Das produktive, kreative Zusammenspiel von Inhalt und Design ist für die erfolgreiche Realisierung eines Ausstellungsprojektes sehr wichtig.“

Und wie sieht der Masterstudiengang „Ausstellungsdesign“ aus?
Karl Stocker: „Wie ich vorhin erläutert habe, ist auch der spezifische Aspekt des Studiengangs ‚Ausstellungsdesign‘, diese Kombination von Ästhetik und Inhalt, die hier im Unterricht vermittelt werden soll. Dass das Praktische natürlich auch im Mittelpunkt eines Designstudiengangs steht, wird ebenfalls deutlich. Bereits während des Studiums führen wir viele konkrete Projekte mit Institutionen und Unternehmen durch, denn diese Umsetzungskompetenz unserer Studierenden ist eine wesentliche ‚Unique Selling Proposition‘ unserer Ausbildung.“

Tipp

Bis 21. August 2018 kann man sich für einen Studienstart im Herbst 2018 am Masterstudiengang „Ausstellungsdesign“ noch bewerben. Hier geht es zur Onlinebewerbung.

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