Eva studiert Informatik: Mathematik Warm-up
© FH JOANNEUM / Marion Luttenberger

Eva studiert Informatik: Mathematik Warm-up

Eva-Maria Kienzl,

Am 1. Oktober geht mein Studium los und ich freue mich schon sehr. Bis dahin gibt es aber noch Einiges zu erledigen: Unter anderem gilt es, mein Mathewissen aufzufrischen. Eine Zwischenbilanz zum Mathematik Warm-up.

Logarithmen – das war doch etwas mit Hochzahlen? Differential und Integral: Auch an das kann ich mich wage erinnern. Bei der Frage nach den Rechenregeln bin ich allerdings schon chancenlos. Und davon eine Ableitung durchzuführen oder eine Stammfunktion zu bilden, bin ich gefühlt meilenweit entfernt. Noch.

Mein Taschenrechner hatte die vergangen sechs Jahre Sendepause. Genauso lange ist meine letzte aktive Auseinandersetzung mit Mathematik her – sieht man von einfachen Schluss- und Prozentrechnungen ab, die man auch als Texterin hin und wieder benötigt. Das musste sich mit einem angehenden IT-Studium schleunigst ändern. Der erste Schritt: Den Taschenrechner aus der Schreibtischlade holen. Das war einfach. Eigentlich wollte ich über den Sommer auch meine alten Schulbücher durchforsten. Das hat weniger gut funktioniert. Die Motivation, mich alleine hinzusetzen, hat gefehlt und es war gemütlich, mich auf das Mathematik Warm-up hinauszureden. Für das habe ich mich sofort nach der Studienplatzzusage angemeldet.

Von natürlichen Zahlen, Wurzeln und Gleichungen
Bei meiner Matura war das alles kein Problem. Jetzt schaut es anders aus. Das hat mir auch der Orientierungstest beim Mathematik Warm-up gezeigt. Während bei Logikaufgaben, Bruchrechnungen und anderen „einfachen“ mathematischen Operationen Erinnerungen aufgekommen sind und ich durch die Multiple-Choice-Antworten sogar relativ gute Chancen auf richtige Ergebnisse hatte, war ich bei Differential und Integral chancenlos: Die Antwortmöglichkeit E alias „Ich habe keine Ahnung“ habe ich öfter gewählt als mir lieb ist. Immerhin werden die Ergebnisse nicht gewertet und durch die anonyme Auswertung weiß niemand, wie schlecht ich wirklich war.

Nach dem Orientierungstest ist vor der intensiven Wiederholung der Schulmathematik. Et voilà: Hier bin ich mittendrin. Seit Montag verbringe ich nicht nur meine Arbeitszeit, sondern im Anschluss auch noch vier Stunden beim Vorbereitungskurs an der FH JOANNEUM. Die Themen könnten über den Tag verteilt kaum unterschiedlicher sein. Nach der Textarbeit, befasse ich mich zwar auch mit vielen Buchstaben – vorzugsweise den Variablen x, y, z oder in der griechischen Ausführung α, β, π –, aber kaum mit Wörtern. Es gilt, mir Rechenregeln, Funktionsgraphen und den richtigen Umgang damit wieder in Erinnerung zu rufen.

Und es macht mir Spaß – Tag für Tag tausche ich den Schreibtisch gerne gegen die letzte Reihe im Hörsaal. Beim Warm-up werden zuerst Fragen zum Geübten vom Vortag besprochen und dann geht es direkt mit neuen Themen los. Viele Beispiele kann ich auf Anhieb nicht lösen, sondern brauche Erklärung und die gibt es auch besonders ausführlich und um einige Rechenbeispiele durch den Vortragenden ergänzt. Danach kann sich beim eigenständigen Lösen jede und jeder selbst beweisen, es verstanden zu haben. Gibt es Fragen – was nahezu immer der Fall ist –, werden auch diese in der Gruppe geklärt.

Bisher waren Grundrechnungsarten, rationale und irrationale Zahlen, Bruch- und Wurzelrechnung, Logarithmen und lineare und quadratische Gleichungen Thema. Spannend wird wie es mir in der kommenden Woche mit Kurvendiskussionen, Trigonometrie und Vektorrechnung geht. Aber schon in dieser Woche, konnte ich nicht alles lösen. Daran muss man sich wieder gewöhnen. Aber wer schon alles kann, lernt nichts Neues und genau dafür studiere ich ja wieder.

Wer wegen Mathematik bei der Studienwahl ein banges Gefühl hat, der oder dem möchte ich unbedingt etwas mit auf den Weg geben: Vor fünf Tagen hatte ich, wie im Einstieg dieses Textes erwähnt, nur eine grobe Ahnung von den einzelnen mathematischen Kapiteln. Das Wissen dazu war aber trotzdem irgendwo im Hinterkopf. Wenn man die Grundlagen in der Schulzeit verstanden hat und sich nach einiger Zeit wieder einmal aktiv damit auseinandersetzt, kommt das Verständnis überraschend schnell zurück. Und die, die ihre Matura erst vor kurzer Zeit absolviert haben, brauchen meist nur etwas Übung. Und Übung ist genau das, was das Mathematik Warm-up bietet.

Wer trotzdem Angst hat, dass der Vorbereitungskurs für sie oder ihn zu schnell ist, muss sich keine Sorgen machen. In meinem Fall erklärt der „Fahrzeugtechnik / Automotive Engineering“-Vortragende Herwig Grogger alles ganz genau, beseitigt Missverständnisse und nimmt sich für jede Nachfrage Zeit. Ein weiterer Benefit der Vorbereitungskurse: Man lernt einen Teil der neuen Studienkolleginnen und -kollegen kennen.

Zurück zu mir: Ich liebe es, Rätsel zu lösen und Mathematik ist für mich nichts Anderes als eine große Sammlung an Rätseln mit Zahlen. Den Spaß daran und die Konsequenz – eine falsch gelöste Aufgabe muss ich so lange wiederholen bis das Ergebnis stimmt – möchte ich im Studium beibehalten.

Hinweis:

Das Mathematik Warm-up wird in den letzten beiden Wochen vor Studienbeginn für die angehenden Studierenden der technischen und IT-Studiengänge angeboten. Empfohlen wird es in erster Linie für Schülerinnen und Schüler mit schlechten Benotungen und angehende Studierende, deren Mathematikwissen etwas eingerostet ist. Weitere Informationen zum Mathematik Warm-up finden Sie hier.

Was sonst noch vor dem Studienbeginn auf meiner To-do-Liste steht: Einmal alle Routineuntersuchungen bei Ärztinnen und Ärzten absolvieren und ganz besonders wichtig: Mir gemütliche Schuhe und einen vernünftigen Rucksack zuzulegen. Deadline: 1. Oktober. Dann sollte auch der Teil meines Gehirns, der sich um die Lösung mathematischer Aufgaben kümmert, wieder weitestgehend funktionieren. Übrigens: Zu Hochzahlen sagt man eigentlich nicht Hochzahlen. Sie heißen in der schönen mathematischen Sprache Potenzen – auch das habe ich wieder gelernt.

Im kommenden Beitrag dieser Blogreihe werde ich von meinen Erfahrungen beim Studienstart berichten. Bis dahin wünsche ich allen angehenden Studierenden einen guten Auftakt und eine spannende Zeit und allen Rückkehrerinnen und Rückkehrern an die Hochschule ein schnelles Wiedereinfinden und erfolgreiche Prüfungen, falls noch welche aus dem vergangenen Semester ausständig sind. Bis bald.