Besonders erfolgreich sind Regionen, in denen Hochschulen, Wirtschaft und öffentliche Akteure eng zusammenarbeiten und Bildungsangebote gezielt an den Bedarf der Industrie anpassen. Duale Studiengänge leisten dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie Fachkräfte praxisnah ausbilden und gleichzeitig Innovation sowie regionales Wachstum fördern.
Im Rahmen unseres zweiten EU4Dual Industry Forums am 7. Mai 2026 in den Räumlichkeiten der Pankl Academy präsentierten wir gemeinsam mit der Stadtgemeinde Kapfenberg und regionalen Unternehmen aktuelle Initiativen und diskutieren mit zentralen Stakeholdern, wie durch gezielte Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie nachhaltige Impulse für die zweitgrößte Industrieregion Österreichs gesetzt werden können. Teilnehmer:innen waren Personalverantwortliche und Entscheidungsträger:innen aus regionalansässigen und international tätigen Unternehmen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Kapfenbergs Bürgermeister Matthäus Bachernegg und Roswitha Wiedenhofer-Bornemann, Prokuristin FH JOANNEUM und EU4Dual Projektleiterin wurden die zwei neuen EU4Dual Masterstudiengänge Digital and Sustainable Manufacturing Engineering und Green Economy and Sustainable Future von den Leitern des Studiengangsentwicklungsteams vorgestellt. Ein wichtiger Aspekt dieser beiden dualen Studiengänge ist die enge Verzahnung mit den Unternehmen der Region und der hohe Anteil des Lernens im Unternehmen für die Studierenden abseits der Fachhochschule.
Als Auftakt zur Roundtable-Diskussion hat Georg Wagner, ehemaliger Institutsleiter des Instituts Angewandte Produktionswissenschaften der FH JOANNEUM, ein Input-Statement zu den wichtigsten Charakteristika eines dualen Studiums und die damit verbundenen wirtschaftlichen Benefits für eine Region wie Kapfenberg vorgestellt. Nach 25 Jahren duales Studium an der FH JOANNEUM konnte er als „Gründungsvater“ hierzu besondere persönliche Einblicke geben.
Harald Egger, Head of HR von Pankl Racing Systems, stellte dar, dass erfolgreiche und innovative Unternehmen auch in Krisenzeiten mit Hochschulen kooperieren sollten und Studierende ausbilden, da dies ein Investment in die Zukunft ist und die Studierenden zu einem Großteil langfristig in das Unternehmen als Mitarbeiter:innen integriert werden. Pankl setzt seit jeher auf internationale Expertise und ist daher ein begeisterter Partner von EU4Dual.
Jochen Werderitsch, Geschäftsführer von Obersteierstark, hat einige Initiativen vorgestellt, die eine nachhaltige Regionalentwicklung in der östlichen Obersteiermark unterstützen. In enger Abstimmung mit regionalpolitischen Entscheidungsträgern (v.a. Gemeinden) werden Maßnahmen umgesetzt, um die Region zu attraktiveren und Fachkräfte in die Region zu holen, Austauschformate initiiert oder die Vernetzung der richtigen Akteur:innen in der Region zu beschleunigen.
Dies wurde ergänzt durch den Input von Thomas Schaffer-Leitner, Leiter des Standortmanagements der Stadtgemeinde Kapfenberg und gleichzeitig neuer Chair des EU4Dual Regional Consultative Councils. Er stellte die Bemühungen der Stadtgemeinde Kapfenberg vor, die Stadt zu einem lebhaften und innovativen Studierendenhub zu entwickeln, internationale Studierende und Fachkräfte anzuziehen und auch langfristig zu halten sowie zu einem gelungenen Match-Making zwischen der FH JOANNEUM und den Unternehmen der Region beizutragen. Dies zeigte sich unter anderem ganz praktisch an der gemeinsamen Ausrichtung des Industry Forums.
Martin Tschandl, Institutsleiter Industrial Management der FH JOANNEUM und Leiter des Smart Production Labs in Kapfenberg, konnte als Role Model zum Thema „Regional Impact Factor“ einige Best Practices geben, was es braucht, um seitens einer Hochschule einen möglichst hohen Impact für eine gelungene Regionalentwicklung zu leisten. Seiner Meinung nach gibt es einige Rahmenbedingungen für einen gelungenen Transfer von Absolvent:innen der Hochschule in die Industrie wie beispielsweise eine kontinuierliche Kooperation bereits während des Studiums, eine enge Verzahnung der Forschungsaktivitäten zwischen Hochschule und Industrie wie im Smart Production Lab sowie eine enge Zusammenarbeit im Hinblick auf die Attraktivität des Lebens- und Arbeitsstandorts auch abseits des thematischen Fokus.
Im Anschluss an die interaktive Diskussion haben sich die Teilnehmer:innen noch bei einem Vernetzungsevent in den beeindruckenden Räumlichkeiten der Pankl Academy weiter ausgetauscht und bereits hier neue gemeinsame Ideen und Initiativen besprochen.