Projekt

Inside

Social-Media-Empowerment im Kontext Gesundheit für Jugendliche

 

Inside – ein Projekt, das den Blick nach innen richten will – für Frauen und junge Mädchen, deren Körperbild von der Social-Media-Welt mitgeprägt wird.

Projekthintergrund

Soziale Medien sind fixer Bestandteil des Alltags junger Menschen und tragen wesentlich zur Bildung der eigenen Identität bei. Laut Saferinternet.at sind die beliebtesten Sozialen Netzwerke in Österreich bei den 11- bis 17-Jährigen im Jahr 2021 WhatsApp (98 Prozent), YouTube (93 Prozent), Instagram (84 Prozent) und Snapchat (75 Prozent). Auch die Forschung hat dieses Thema längst aufgegriffen und zeigt potenzielle negative Auswirkungen auf das Körperbild durch Soziale Medien.

Das Posten und Betrachten von Fotos gilt als besonders bedeutend in Zusammenhang mit dem wahrgenommenen Körperbild und dem Auftreten von Essproblemen (Tiggemann & Anderberg 2020). Durch die häufige Nutzung von sozialen Medien sowie die Möglichkeit der Interaktion von Gleichaltrigen kann das wahrgenommene Körperbild, insbesondere von Mädchen, verändert werden (Götz & Prommer 2020). Die Nutzung von Sozialen Medien kann somit mit höherer Körperunzufriedenheit, mehr Diäten, einem höheren Konsum von gesunden Lebensmitteln, aber auch mit einem Überessen in Zusammenhang gebracht werden (Rounsefell, 2020). Ein Beispiel dazu bietet TikTok, wo aktuell Werbung zu Gewichtsverlust und Diätprodukten verboten wurde, um einer Stigmatisierung von Körpergewicht entgegenzuwirken.

Social-Media- Empowerment im Kontext Gesundheit für Jugendliche

Ziele des Projekts

Die Sensibilisierung sowie kritische Auseinandersetzung hinsichtlich Vorurteilen, Schönheitsidealen, Ernährung und Körpernormen mit Fokus auf Social Media (Empowerment) für Jugendliche und Multiplikator:innen der offenen Jugendarbeit stellen Hauptziele des Projekts dar.

Dabei sollen im Mädchenzentrum Mafalda Graz Workshops rund um die Themen Social Media und Körperwahrnehmung angeboten werden. Der partizipative Ansatz spielt hierbei eine tragende Rolle, indem Mädchen selbst entscheiden, welche Inhalte sie diskutieren und bearbeiten wollen. Darüber hinaus sollen sie die Möglichkeit bekommen, durch gezielte Ausbildungsinhalte als Peers zu fungieren, um Gleichaltrige zu informieren und/oder zu beraten. Aufbauend darauf soll ein Online-Kurs für Multiplikator:innen der offenen Jugendarbeit zum Thema „Social Media / Körperwahrnehmung / Body Neutrality“ erstellt werden, der österreichweit als Weiterbildungsangebot zur Verfügung gestellt werden soll.

Settings und Zielgruppen

Das Projektteam fokussiert sich auf junge Frauen zwischen 12 und 21 Jahren als auch auf Multiplikator:innen, die in der offenen Jugendarbeit mit Jugendlichen, Mädchen und Buben (NEETS, also Not in Education, Employment or Training) arbeiten.

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Projektteam v.l.n.r.: Silvia Marchl (Styria Vitalis), Anna Lena Aufschnaiter (FH JOANNEUM), Eva Goldgruber (FH JOANNEUM), Johannes Heher (Logo Jugendmanagement), Hanna Rohn (FGZ), Jutta Eppich (FGZ), Manuela Konrad (FH JOANNEUM – Projektleitung), Birgit Hofstadler (Mafalda), Sonja Radkohl (FH JOANNEUM); nicht am Bild: Bianca Fuchs-Neuhold (FH JOANNEUM)

Literatur

  1. Tiggemann M, Anderberg I. Social media is not real: The effect of ‘Instagram vs reality’ images on women’s social comparison and body image. New Media Soc. 1. Dezember 2020; 22 (12): 2183–99.
  2. Götz M, Prommer E. Geschlechterstereotype und Soziale Medien. Expertise für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. [Internet]. 2020 [zitiert 25. Mai 2021]. Verfügbar unter: https://www.dritter-gleichstellungsbericht.de/de/article/257.geschlechterstereotypen-und-soziale-medien.html
  3. Rounsefell K, Gibson S, McLean S, Blair M, Molenaar A, Brennan L, u. a. Social media, body image and food choices in healthy young adults: A mixed methods systematic review. Nutr Diet. Februar 2020; 77 (1) :19–40.