Teaching Award 2018 – die Gewinnerinnen und Gewinner 8
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Teaching Award 2018 – die Gewinnerinnen und Gewinner

Eva-Maria Kienzl,

Studierende nominierten ihre Lehrenden – jetzt sind acht von ihnen mit dem Teaching Award ausgezeichnet worden. Wir wollten von ihnen wissen, wie sie ihre ausgezeichnete Lehre gestalten.

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Wilhelm Zugaj

Institut Internet-Technologien & -Anwendungen

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Ausgezeichnete Lehre bemüht sich, tiefgreifendes Verständnis durch spielerische, praxisnahe Vermittlung von Inhalten zu erreichen. Sie ergänzt dies durch authentische Vermittlung der Bedeutung der vorgestellten Thematik für die Wirtschaft beziehungsweise Gesellschaft und lässt die Begeisterung des Lehrenden für sein Fachgebiet auf die Studierenden überspringen.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept?
Soweit möglich, bemühe ich mich, Inhalte mit Bezug zu eigenen Projekten oder gut bekannten Anwendungsgebieten von Partnerfirmen zu vermitteln. Ich glaube nicht, dass es eine Art von Geheimrezept per se überhaupt gibt. Vielmehr ist es wohl für engagierte Lehrende unabdingbar, langjährige Lehrerfahrung – ergänzt durch regelmäßiges Sammeln von Rückmeldungen, Reflexion und Austausch mit Kolleginnen und Kollegen – zu nutzen, um zu innovativen und auf das jeweilige Publikum maßgeschneiderten Vermittlungsmethoden zu finden. Ergänzt durch Liebe zum Thema und Empathie für die Lernenden könnte man dies als Erfolgsrezept bezeichnen, nicht unbedingt aber als Geheimrezept.

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Monika Altenreiter

Institut Soziale Arbeit

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Wenn wir über Lehre sprechen, so beziehen wir uns auf einen Kontext, in dem Lernende und Lehrende räumlich aufeinandertreffen, und in dem idealerweise der Lehrende etwas mehr Wissen und Erfahrung hat als die Lernenden. Und wie bei jedem Aufeinandertreffen von Menschen entsteht eine Form von Beziehung, in der Kooperation, gegenseitiger Respekt, Achtsamkeit und Positivität eine zentrale Rolle spielen. Ich würde anstelle des Begriffs „ausgezeichnete Lehre“ lieber den Begriff „gelingende Lehre“ verwenden – damit wird der Druck für beide Seiten (Lernende und Lehrende) reduziert. Und zuletzt möchte ich gerne noch ein Zitat von Haim Omer anführen: „Und bist du nicht willig, so brauch ich… Geduld.“

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Ich unterrichte „Practice-oriented Skills in Social Work“, „Social Work Issues 2”, „International Social Work Systems” und „Internationale Sozialarbeit in Film und Literatur”. Ein Geheimrezept habe ich nicht. Sollte das jemand haben, so melde ich mich als Erste für einen Austausch dazu an. Ich versuche das, was ich in der vorhergehenden Frage erläutert habe, jedes Mal von Neuem umzusetzen, wenn ich einen Seminarraum betrete. Ein Geheimrezept würde bedeuten, dass ich auf einen Schlag jedes Semester mit jeder Gruppe eine erfolgreiche Lehre zustande bringe. Dem ist nicht so – gelingende Lehre ist kein Geheimnis, sondern die Bereitschaft, mit der Gruppe, mit sich selbst und mit dem Lehr- und Lernprozess in Verbindung zu bleiben, diesen zu reflektieren und zu adaptieren.

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Bernd Messnarz

Institut Luftfahrt / Aviation

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Ausgezeichnete Lehre ist für mich, wenn es gelingt, dass sich die Studierenden vor der Lehrveranstaltung darauf freuen, nach der Lehrveranstaltung mit dem Gedanken: „Heute habe ich etwas gelernt, es hat mir wieder was gebracht“, nach Hause gehen und sich zu Hause mit dem Thema aktiv auseinandersetzen und weiterbeschäftigen.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Ich vermittle in den ersten Semestern die mathematischen und physikalischen Grundlagen und in den höheren Semestern deren Anwendung im Bereich der Flugmechanik und Flugregelung. Das Fantastische darin ist, dass ich selber genau jene Grundlagen vermitteln darf, auf die ich später in den angewandten Fächern zurückgreifen werde. Ich bin sozusagen wie ein Häuslbauer, der das Fundament und das Dach des Hauses selber baut, und daher weiß, dass das eine nicht ohne das andere funktionieren kann. Das Geheimrezept darf ich eigentlich nicht verraten, aber unter uns gesprochen, es hat viel mit meiner Begeisterung für meine Fächer zu tun.

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Stefanie Schwarzl

Institut Ergotherapie

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Ausgezeichnete Lehre wird für mich sichtbar, wenn Studierende motiviert sind, sich am Lernprozess aktiv zu beteiligen. Grundpfeiler stellen für mich als Lehrende hier Eigenschaften wie Engagement, Wertschätzung und ein respektvoller Umgang dar. Mir ist es in meinen Lehrveranstaltungen besonders wichtig, eine kontinuierliche Verbindung von Praxis und Theorie zu gewährleisten.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Ich lehre Grundlagen der Bewegungslehre und Mechanotherapie sowie den ergotherapeutischen Prozess bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Mein persönliches Geheimrezept dabei ist, meine eigene Begeisterung für diesen Beruf mit den Studierenden zu teilen und mich selbst als Begleiterin zu sehen, die einerseits Wissen vermittelt, aber auch zu einem erweiterten, selbstständigen Kompetenzerwerb anregt.

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Magdalena Brunnhofer

Institut Industrial Management

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Trotz einer zunehmenden Heterogenität der Jahrgänge – hinsichtlich Vorbildung und (beruflicher) Erfahrungen – bestmöglich auf die Bedürfnisse der einzelnen Studierenden einzugehen und sie zu einer aktiven Teilnahme an der Lehrveranstaltung zu motivieren.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Neben den fachlichen Inhalten möchte ich vor allem das interdisziplinäre Denken der Studierenden fördern. Dieses ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal für Absolventinnen und Absolventen meines Instituts Industrial Management, die in ihrem späteren Berufsleben oftmals Schnittstellenfunktionen zwischen Wirtschaft und Technik einnehmen. Mein „Geheimrezept“ ist, die Lehrveranstaltung durch den Einsatz unterschiedlicher Methoden abwechslungsreich zu gestalten, stets Verbindungen zu anderen Lehrveranstaltungen aufzuzeigen und die Heterogenität der Jahrgänge als Vorteil zu nutzen (beispielweise durch Peer-Learning).

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Michael Murg

Institut Bank- und Versicherungswirtschaft

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Ausgezeichnete Lehre zentriert auf die Bedürfnisse der Studierenden. Es gilt die unterschiedlichen Lerntypen zu berücksichtigen, die Studierenden in ihren individuellen Situationen abzuholen und zu motivieren, sich mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen und über den Tellerrand hinaus zu denken sowie vor allem persönliches und detailliertes Feedback zu geben. Ausgezeichnete Lehre ist am Puls der Zeit, innovativ und berücksichtigt die neuesten Entwicklungen – sowohl inhaltlicher als auch didaktischer Natur.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Von internationalen Finanzmärkten und Börsenhandel über Bankprodukte und Finanzinstrumente bis hin zu Risiko- und Portfoliomanagement oder Ökonometrie. Das Geheimrezept lautet, jede noch so komplexe Thematik möglichst mit Alltagssituationen zu verknüpfen, um die Lehrveranstaltungsinhalte für die Studierenden greifbar zu machen.

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Robert Gutounig

Institut Journalismus und Public Relations

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Exzellente Lehre bedeutet für mich, dass Studierende das Gelernte – meist ist da auch selbst Erarbeitetes dabei – beruflich und persönlich voranbringt. Direkte Umsetzbarkeit ist dabei sicher ein Kriterium, aber bei Weitem nicht das einzige. Genauso gehört dazu, sich Strategien zur erfolgreichen Bewältigung von komplexen Fragestellungen anzueignen.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Die Inhalte verändern sich im Bereich der digitalen Kommunikation meist rasant. Natürlich versucht man sich an aktuellen Fragestellungen, die dann in der Folge gemeinsam mit den Studierenden erarbeitet werden. Die didaktische Herausforderung besteht dabei meist darin, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Impulse zu setzen, damit Lernprozesse angestoßen werden. Den Inhalt zu Wissen machen müssen die Studierenden dann selbst.

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Sonja Marx-Pfeiler

Institut Gesundheits- und Krankenpflege

Was macht ausgezeichnete Lehre für Sie aus?
Ausgezeichnet ist Lehre für mich dann, wenn sie lernendenzentriert, zielorientiert, methodisch abwechslungsreich und innovativ ist. Das heißt für mich auch, dass ich mit meinem Unterricht auf die Bedürfnisse einer neuen Generation reagieren möchte, um den individuellen Lernprozess der Lernenden auch in Zukunft bestmöglich zu begleiten. E-Learning-Elemente dienen mir dabei immer häufiger als Unterstützung, um die Lehre zu optimieren und um mehr Zeit für etwaige inhaltliche Fragen und das praktische Tun zu haben. Zudem versuche ich Neugierde und Interesse für ein Thema zu wecken, neben dem Fakten- auch Allgemeinwissen zu vermitteln und meinen theoriegeleiteten beziehungsweise evidenzbasierten Unterricht mit vielen praktischen Beispielen und Tipps „aufzupeppen“.

Welche Inhalte vermitteln Sie Ihren Studierenden und was ist Ihr Geheimrezept dabei?
Meine Unterrichtsschwerpunkte liegen im Bereich Diabetes mellitus, Verbandslehre und Wundmanagement, Pflege bei Atemwegserkrankungen, komplementäre Methoden und Pflege in häuslichen und gemeindenahen Settings. Ich versuche authentisch zu sein, Wissen verständlich darzustellen und kritisches, vernetzendes Denken zu fördern. Es ist mir wichtig, in wertschätzender Art und Weise an das Vorwissen der Studierenden anzuknüpfen und dieses als Chance und Ressource zu sehen. „Man muss sich um die Menschen kümmern, denn auf Gutes reagieren sie immer mit erhöhtem Einsatz.“ (Boris Jelzin) Druck und Prüfungsdrohungen scheinen demnach nur kurzzeitig erfolgreich. Schließlich weise ich immer wieder darauf hin, dass die Studierenden in ihrem Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger eine große Verantwortung haben werden und eine ausgezeichnete Pflegequalität das anzustrebende Ziel ist. Dabei reicht es nicht aus, für Prüfungen zu lernen und das Gelernte gleich wieder zu vergessen. Mein „Rezept“ für gute Lehre ist schließlich nicht geheim: Ich sehe mich als Vorbild und wünsche mir, dass Studierende die Patientinnen und Patienten genauso respektvoll und adäquat behandeln, wie sie es bei mir erlebt und gelernt haben.