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Vor den Vorhang: Die Gewinner:innen des Teaching Awards 2025

Mag.a Marion Velik, 03. Juni 2026

Collage: FH JOANNEUM

Neun Lehrende der FH JOANNEUM wurden mit dem Teaching Award 2025 sowie dem Teaching Award Plus ausgezeichnet. Die Preisträger:innen stellen sich weiter unten vor und erzählen mehr über die didaktischen Konzepte, für die sie ausgezeichnet wurden. Wir gratulieren!

Foto: FH JOANNEUM

Markus Bödenler | Institut eHealth
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Für mich verkörpert ausgezeichnete Lehre die Fähigkeit, komplexe Inhalte leicht verständlich zu vermitteln, ohne dabei den Anspruch an die fachliche Korrektheit zu verlieren. Um jenen „Aha”-Effekt zu schaffen, der zu nachhaltigem Lernerfolg führt, fordert mich dies stetig heraus, über den Tellerrand meiner eigenen „Fachbubble“ hinauszublicken und neue didaktische Ansätze auszuprobieren.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Die eigene Begeisterung für das Fachgebiet bildet den Ausgangspunkt. Um diese authentisch zu vermitteln, verstehe ich es als ständige Herausforderung, aus meiner Komfortzone herauszukommen und mich von Ansätzen außerhalb meines gewohnten Umfelds inspirieren zu lassen. Diese Offenheit ermöglicht es mir, immer wieder neue Zugänge zu schaffen und vielleicht genau jenen „Funken” überspringen zu lassen, der Studierende motiviert, sich über die Lehrveranstaltung hinaus mit der Thematik zu beschäftigen.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Die Zukunft ausgezeichneter Lehre wird, gerade unter dem Einfluss zunehmender KI-Nutzung, noch stärker auf eine Reduktion auf das Wesentliche, kritisches Denken und echte Interaktion setzen. KI kann Informationen in unvorstellbarer Geschwindigkeit und Fülle bereitstellen, doch das Verständnis ihrer Bedeutung, Qualität und Grenzen bleibt eine zutiefst menschliche Aufgabe. Noch …

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Foto: beigestellt

Anna Eichmann und Hannes Aftenberger, beide vom Institut Physiotherapie
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Hannes Aftenberger: Gute methodische und didaktische Unterrichtsplanung und Authentizität des:der Lehrenden.

Anna Eichmann: Für mich bedeutet ausgezeichnete Lehre, fachliche Qualität und klare Struktur mit einer gelebten Fehlerkultur zu verbinden. Lernen soll offen, konstruktiv und ohne „Angst, etwas falsches zu sagen“ stattfinden.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Hannes Aftenberger: Humor ist für mich ein wesentlicher Aspekt in der Vermittlung von Inhalten.

Anna Eichmann: Ich begeistere Studierende, indem ich ihnen auf Augenhöhe begegne, Inhalte praxisnah gestalte und meine eigene Freude am Beruf sichtbar mache. Durch aktives Einbinden und Wertschätzung entsteht eine Lernatmosphäre, die Motivation fördert und auch Spaß machen kann.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Hannes Aftenberger: Neben ambitionierten und innovativen Lehrenden bedarf es auch eines Lernumfeldes, das kritisches und kreatives Denken bei den Studierenden fördert.

Anna Eichmann: Ich sehe die Zukunft ausgezeichneter Lehre darin, mit der Zeit zu gehen und auf neue Herausforderungen (wie KI) bewusst und reflektiert zu reagieren. Dazu gehört, das eigene methodisch-didaktische Konzept regelmäßig zu hinterfragen und so weiterzuentwickeln, dass es sinnvoll bleibt und die Lernziele bestmöglich unterstützt.

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Foto: FH JOANNEUM

Jürgen Fluch | Institut Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Für mich bedeutet ausgezeichnete Lehre, komplexe energie- und nachhaltigkeitsbezogene Inhalte so zu vermitteln, dass meine Studierenden diese auf reale Herausforderungen übertragen können. Ich versuche Lernräume anzubieten, in denen wir Herausforderungen und Lösungen analysieren, bewerten und kritisch hinterfragen. Und das führt im Idealfall dazu, dass Studierende selbstständig Lösungen entwickeln und dafür wissenschaftliche Standards anwenden.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Meine Themen sind mir wichtig. Für diese stehe ich ein und diese Begeisterung überträgt sich. Energie-, Ressourcen- und Nachhaltigkeitsthemen sind nicht abstrakt, sondern unmittelbar relevant für Industrie, Gesellschaft und unsere Zukunft. Ich arbeite mit praxisnahen Fallstudien, interaktiven Methoden und herausfordernden Aufgaben, nach deren Lösung die Studierenden wirklich etwas können.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Wir werden uns ständig weiterentwickeln, brauchen vor neuen Methoden keine Angst zu haben, sondern müssen sie ausprobieren dürfen. Dazu gehört die noch stärkere Verknüpfung von Wissenschaft, Praxis und digitalen Werkzeugen, sodass Studierende reale Transformationsprozesse selbst gestalten lernen. Ausgezeichnete Lehre wird künftig vor allem jene stärken, die kritisch denken, kreativ lösen und Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernehmen.

 

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Foto: FH JOANNEUM

Chiara Mayer | Institut Angewandte Produktionswissenschaften
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Für mich bedeutet ausgezeichnete Lehre, Studierenden auf Augenhöhe zu begegnen und in der Praxis auch Fehler als Lernprozess zuzulassen. Es braucht zwar klare Strukturen, Theorien und Arbeitsanweisungen, aber genauso Raum zum Experimentieren, damit Studierende eigenverantwortlich arbeiten können. Man muss sich nicht ständig neu erfinden, entscheidend ist, konstruktiver Kritik Raum zu geben und sie aktiv in die Weiterentwicklung der Lehre einfließen zu lassen.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Ich begeistere Studierende, indem ich ihnen praxisnahe Aufgaben in den Laborübungen stelle, die auch die Themen des Studiums gut widerspiegeln. Ein wertschätzendes Miteinander sowie laufendes Feedback und persönliche Rückmeldungen unterstützen zusätzlich die Motivation.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Die Zukunft exzellenter Lehre liegt in der Kombination aus digitalen Lernmöglichkeiten, gut gestalteten Präsenzphasen und einer respektvollen Lernkultur auf Augenhöhe. Asynchrone Methoden gewinnen weiter an Bedeutung und erleichtern den Studierenden den Alltag, doch der reale Austausch bleibt entscheidend, um Wissen nachhaltig zu vermitteln. Räume zu schaffen, in denen Kompetenzentwicklung, Reflexion, selbstverantwortliches Arbeiten und „Hands-on“-Praxis möglich sind, wird immer wichtiger.

 

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Foto: FH JOANNEUM

Roman Pürcher | Institut Design & Kommunikation
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Ausgezeichnete Lehre weckt die Leidenschaft und den Tatendrang der Studierenden. Lehrveranstaltungen sollten den Studierenden ermöglichen, in einen Flow-Zustand einzutauchen, in dem sie zur richtigen Zeit die richtigen Werkzeuge zur Bewältigung ihrer nächsten Aufgabe erhalten.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Wenn die Verknüpfung von Theorie und Praxisprojekten nahtlos und nachvollziehbar ist, gelingt es am besten, dass sich die Studierenden für die Umsetzung ihrer Projekte begeistern können. Mit praxisnahen Tipps und viel persönlichem Einsatz wird vorgelebt, dass es sich lohnt, die Extrameile zu gehen.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Um gerade in Zeiten von KI und Social Media ausgezeichnet zu bleiben, muss die Lehre der Zukunft flexibel sein und sich auf die veränderten Lebens- und Arbeitswelten der Studierenden einstellen können. Gleichzeitig wird eine fundierte Basis von Erfahrung und „altem“ Wissen immer wichtiger. Diese Verknüpfung kann nur die Lehre bieten.

 

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Foto: Julian Reischl

Patrick Schlauer | Institut Journalismus und Digitale Medien
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Dreh- und Angelpunkt ist für mich, als Mentor:in aufzutreten, Studierende ernst zu nehmen und ihnen das Gefühl zu geben, gesehen und gehört zu werden. Es geht niemals um uns Lehrende, sondern um die Studierenden und ihre Beziehung zum jeweiligen LV-Thema. Studierende merken sofort, ob wir im Hörsaal stehen, weil wir uns selbst gern reden hören, oder ob wir ein ehrliches Interesse daran haben, ein Thema auf sie zugeschnitten zu vermitteln.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Mit Leidenschaft für Thema und Beruf, Herzblut und dem einen oder anderen Schmäh. Ich sehe mich als Mentor, der Studierende auf ihren FH-Abenteuern begleitet und auch nach LV-Ende ein offenes Ohr für ihre Anliegen hat.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Mehr denn je müssen wir Studierenden die Kompetenzen vermitteln, die es braucht, um in einer Welt, die sich immer schneller dreht, beruflich wie persönlich zu bestehen. Heißt konkret: Gesellschaftlich relevante Themen wie KI, Nachhaltigkeit oder Demokratiebewusstsein müssen in allen Lehrveranstaltungen Platz finden und offen diskutiert werden. Und ich bin davon überzeugt: Unsere Mentor:innenrolle wird uns auch die intelligenteste KI niemals nehmen können.

 

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Foto: FH JOANNEUM

Foto: beigestellt

Der Teaching Award Plus 2025 wurde für das beste eingereichte didaktische Konzept zum Spezialthema „Kompetenzorientierte Leistungsüberprüfung“ vergeben. Wir gratulieren den Gewinner:innen Tanja Psonder und Jan Werner vom Institut Architektur und Bauingenieurwesen.
Was macht für Sie ausgezeichnete Lehre aus?

Tanja Psonder und Jan Werner: Ausgezeichnete Lehre verbindet fachliche Tiefe mit klarer, wissenschaftlicher Struktur. Sie schafft einen Raum, in dem Studierende eigenständig denken, gestalten und lernen können.

Wie begeistern Sie Ihre Studierenden?

Tanja Psonder und Jan Werner: Ich bringe reale, architektonische Fragestellungen in den Unterricht ein. Begeisterung entsteht, wenn Studierende spüren, dass ihre kreativen Konzepte Lösungen für solche anbieten können. Dazu gebe ich ihnen Feedback und Feedforward, das einerseits eine selbstkritische Reflexion fordert, aber auch zur weiteren Ausarbeitung und Konkretisierung der erarbeiteten Konzepte ermutigt.

Wie sehen Sie die Zukunft der ausgezeichneten Lehre?

Tanja Psonder und Jan Werner: Ich sehe eine Zukunft, in der digitale Werkzeuge und analoge Entwurfsprozesse selbstverständlich ineinandergreifen und die Studierenden so für eine zukunftsorientierte Praxis ausgebildet werden. Exzellente Lehre ist ein wesentlicher Grundpfeiler für den Fortbestand und die Weiterentwicklung unseres Wissens. Sie erfordert insbesondere im Bereich der Architektur viel Erfahrung aus der Praxis, einen Umgang mit den Studierenden auf Augenhöhe und eine stetige fachliche Weiterentwicklung.

 

 

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